So kann jeder Energie erzeugen

Die Strompreise steigen und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in vielen Haushalten auch. Deshalb rücken alternative Energiegewinnungsmöglichkeiten immer öfter in den Fokus. Was Solar und Co. wirklich bringen und wie sie sich nutzen lassen, zeigt dieser Artikel.

Der Balkon als Energiespeicher

Selbst in städtischen Wohnungen ohne großen Garten ist die Energieerzeugung möglich. Balkonkraftwerk-Komplett-Sets bieten eine praktikable Lösung. Sie bestehen aus kleinen Solarpanels, die einfach am Balkongeländer befestigt werden können. Trotz ihrer kompakten Größe können diese Anlagen genug Strom erzeugen, um kleinere Haushaltsgeräte zu betreiben. Sie sind ideal für Mieter, die keinen Zugang zu einem Dach haben, aber dennoch einen Beitrag zur grünen Energie leisten möchten.

Kann das wirklich funktionieren? Das lässt sich an einem praktischen Beispiel erklären. Das Balkonkraftwerk kostet theoretisch 500 Euro und erzeugt jährlich Strom im Wert von 60 Euro. Dies bedeutet, dass sich die Anlage in etwas mehr als acht Jahren amortisiert hat, vorausgesetzt die Energiepreise bleiben stabil.

Junge schaut aus einem Dachfenster auf die Solarmodule auf dem Dach

Der Betrieb einer Kaffeemaschine könnte mit einem Kraftwerk und dessen Leistung von 300 Watt jedoch nicht realisiert werden. Typische Maschinen benötigen ca. 800-1500 Watt. Allerdings könnte das Kraftwerk den Stromverbrauch über einen längeren Zeitraum ausgleichen und zur Entlastung der Stromkosten beitragen.

Solarenergie vom eigenen Dach

Für Hausbesitzer bietet sich die Installation von Dach-Solarpanels als effiziente Möglichkeit zur Energieerzeugung an. Je nach Bedarf und Möglichkeiten gibt es verschiedene Varianten von Solarpanels. Monokristalline Panels sind für ihre hohe Effizienz bekannt, während polykristalline Panels oft günstiger, aber etwas weniger effizient sind. Dünnschicht-Solarzellen bieten eine flexible Anwendungsmöglichkeit, sind jedoch im Vergleich weniger leistungsfähig.

Die benötigte Fläche für Solarpanels hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Energiebedarf des Haushalts, der geografischen Lage und der Effizienz der Panels. Um einen durchschnittlichen Haushalt mit vier Personen komplett mit Solarenergie zu versorgen, wird geschätzt, dass eine Fläche von etwa 20 bis 30 Quadratmetern erforderlich ist, vorausgesetzt, es werden hocheffiziente Panels verwendet. Diese Fläche kann jedoch variieren, abhängig von den spezifischen Bedingungen und dem individuellen Stromverbrauch.

Biogas aus Küchen- und Gartenabfällen

Die Nutzung von Biogas, das aus Küchen- und Gartenabfällen gewonnen wird, stellt eine innovative Methode zur Energieerzeugung dar. Eine kleine Biogasanlage im Garten, die Küchenreste wie Gemüse- und Obstschalen, Kaffeesatz oder Eierschalen sowie Gartenabfälle wie Laub und Grünschnitt verarbeitet. Diese Materialien werden in einen Fermenter gefüllt, wo sie unter Luftabschluss vergoren werden. Durch den anaeroben Zersetzungsprozess entsteht Biogas, das hauptsächlich aus Methan besteht. Das Gas kann dann zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Für einen durchschnittlichen Haushalt reicht oft schon eine Anlage mit einem Volumen von wenigen Kubikmetern aus, um einen signifikanten Teil des Energiebedarfs zu decken.

Hydroenergie im eigenen Garten

Symbolbild Hydroenergie: Glühbirne auf Wasseroberfläche

Die Nutzung von Hydroenergie ist eine faszinierende Möglichkeit für Besitzer eines fließenden Gewässers auf dem eigenen Grundstück. Durch die Installation kleiner Wasserkraftwerke am Bachlauf oder Fluss lässt sich Strom erzeugen. Die Anlagen nutzen die kinetische Energie des fließenden Wassers, um einen Generator anzutreiben und Elektrizität zu produzieren.

Ein praktisches Beispiel hierfür könnte so aussehen: Ein Hausbesitzer mit einem kleinen Bach im Garten installiert eine Mini-Wasserkraftanlage. Diese besteht aus einer kleinen Turbine, die in den Bachlauf integriert wird, und einem Generator, der am Ufer platziert ist. Die Strömung des Wassers treibt die Turbine an, welche wiederum den Generator zur Stromerzeugung nutzt. Für einen effektiven Betrieb ist es wichtig, dass genügend Wasserfluss vorhanden ist und die Anlage an die spezifischen Bedingungen des Gewässers angepasst wird. Wer solch eine Anlage installieren möchte, braucht dafür meistens eine Genehmigung. Die Frage bei den lokalen zuständigen Behörden schafft Klarheit und bringt Rechtssicherheit.