{"id":4374,"date":"2021-01-21T12:54:26","date_gmt":"2021-01-21T11:54:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/?p=4374"},"modified":"2021-01-21T12:54:28","modified_gmt":"2021-01-21T11:54:28","slug":"nachhaltige-fischzucht-ist-das-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/nachhaltige-fischzucht-ist-das-moeglich\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Fischzucht \u2013 ist das m\u00f6glich?"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Deutschen lieben Fisch. \u00dcber 13 Kilogramm essen wir pro Kopf im Jahr. Und eigentlich ist Fisch ja auch gesund \u2013 zumindest, wenn er nicht mit Schwermetallen oder Mikroplastik verseucht ist. Doch wie sieht es mit der Umweltvertr\u00e4glichkeit des Fischkonsums aus? Beliebte Fischarten wie Rotbarsch oder Thunfisch sind bereits vom Aussterben bedroht. Gleichzeitig gef\u00e4hrdet ihr Fang andere Arten wie Delfine oder Haie, die als unerw\u00fcnschter Beifang zur\u00fcck ins Meer geworfen werden und dort sterben. Ein Gro\u00dfteil der Meere ist leergefischt, wohingegen in vielen Fischfarmen Zust\u00e4nde wie in Legebatterien herrschen. Die Fische werden dort auf engstem Raum gehalten, was wiederum Krankheiten beg\u00fcnstigt und den Einsatz von Antibiotika erfordert. Schuld daran ist meist die schlechte Qualit\u00e4t des Wassers, verursacht durch Fischf\u00e4kalien. Das ist nicht nur schlecht f\u00fcr den Fisch, sondern auch die Umwelt. Durch die Errichtung von Aquakulturen in den Tropen und Subtropen werden au\u00dferdem wertvolle W\u00e4lder zerst\u00f6rt. Auf den Philippinen fielen bereits zwei Drittel der Mangroven Shrimpsfarmen zum Opfer. Das widerspricht sicher der Auffassung der meisten Verbraucher von Nachhaltigkeit.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shrimp.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"243\" src=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shrimp.jpg\" alt=\"Jede Menge Shrimps\" class=\"wp-image-4378\" srcset=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shrimp.jpg 350w, https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shrimp-300x208.jpg 300w, https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/shrimp-130x90.jpg 130w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption>Lecker ja, aber gesund und nachaltig?<br>Wahrscheinlich eher nicht.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Inzwischen stammen 30 Prozent der Meerestiere auf unseren Tellern aus Zuchtfarmen \u2013 Tendenz steigend. Vermehrt setzt man dabei auf hiesige Aquakulturen \u2013 das verbessert die CO2-Bilanz. Gleichzeitig soll es die Meere vermeintlich vor der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bund.net\/meere\/belastungen\/fischerei\/ueberfischung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00dcberfischung&nbsp;<\/a>bewahren und uns unabh\u00e4ngiger machen von Importen, haupts\u00e4chlich aus Asien. Allerdings verunreinigen die dabei entstehenden Abw\u00e4sser unsere Fl\u00fcsse, Meere und Seen durch Fisch-Kot und Futterreste. Es bilden sich Algen und dem Wasser wird Sauerstoff entzogen, was wiederum zum Fischsterben anderswo f\u00fchrt und Gew\u00e4sser \u201ekippen\u201c l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Abhilfe k\u00f6nnen nachhaltige Fischzucht-Anlagen mit geschlossenen Wasserkreisl\u00e4ufen schaffen. Dabei wird das n\u00e4hrstoffhaltige Abwasser der Fische f\u00fcr die Aufzucht anderer Organismen wie Muscheln oder Krebse verwendet oder d\u00fcngt an Land Tomaten und Basilikum. So hat man zum Fisch gleich die Gem\u00fcsebeilage. Diese multi-trophe Nutzung wird bereits von einigen Forschungseinrichtungen wie dem Alfred-Wegener-Institut (AWI) betrieben und l\u00e4sst sich auch mit nachhaltigem Fischfutter, zum Beispiel aus Lupinenmehl oder Insekten kombinieren. Allerdings steckt die Erschlie\u00dfung dieser alternativen Futterquellen bisher noch in den Kinderschuhen, selbst wenn sie schon h\u00e4ufig propagiert wird. Die nachhaltigen Aquakulturen sind sowohl an Land als auch im Meer m\u00f6glich. Dort werden die Fischabf\u00e4lle von niederen Arten wie Seegurken oder Muscheln aufgenommen und das Wasser somit gefiltert. Dadurch entsteht ein nat\u00fcrlicher Kreislauf, bei dem die Nahrung optimal genutzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gro\u00dfe Herausforderung ist f\u00fcr die Z\u00fcchter die Zusammenstellung der Arten und vor allem auch die Menge an Tieren, die auf engem Raum gehalten werden k\u00f6nnen. Tiersch\u00fctzer kritisieren, dass die Anlagen mit den geschlossenen Kreisl\u00e4ufen zwar umweltschonend, aber zu wenig auf das Wohl der Fische ausgerichtet sind, weil zum Beispiel teilweise in den Becken nat\u00fcrlicher Boden fehlt, der laut EU-\u00d6ko-Verordnung vorgeschrieben ist. Derzeit laufen noch Studien, die das Fischwohl bei Anlagen mit geschlossenen Wasserkreisl\u00e4ufen untersuchen. Daher ist ein Tierwohl-Siegel bei dieser Form der Aufzucht ebenfalls noch nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachhaltige Fischfarmen sind erst im Kommen. In Deutschland stammen bisher nur etwa zwei Prozent der Fische aus heimischen Aquakulturen und nur 50 Tonnen Fisch pro Jahr werden in Bioqualit\u00e4t hergestellt. Da ist noch Luft nach oben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutschen lieben Fisch. \u00dcber 13 Kilogramm essen wir pro Kopf im Jahr. 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