{"id":1910,"date":"2018-07-24T13:08:35","date_gmt":"2018-07-24T12:08:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/?p=1910"},"modified":"2020-04-08T09:13:25","modified_gmt":"2020-04-08T08:13:25","slug":"die-zukunft-der-e-auto-antriebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/die-zukunft-der-e-auto-antriebe\/","title":{"rendered":"Die Zukunft der E-Auto-Antriebe"},"content":{"rendered":"<p>Dass die Zukunft des Autos in der E-Mobilit\u00e4t liegt, ist unbestritten. Doch noch immer wirft diese Antriebsform viele Fragen auf. Im Vordergrund steht dabei derzeit vor allem noch die geringe Reichweite von Elektroautos. Aber auch die Frage, woher all der Strom denn kommen soll, wenn E-Automobile nicht mehr wie bisher nur einen geringen Anteil aller Fahrzeuge stellen &#8211; insbesondere wenn zu Ladespitzen hohe Mengen an Strom abgerufen werden. Umweltagenturen beklagen zudem, dass sich die \u00d6kobilanz eines E-Autos derzeit nicht wesentlich von der eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor unterscheidet. Sowohl zur Herstellung der heute g\u00e4ngigen Lithium-Ionen-Batterien als auch f\u00fcr ihre Aufladung wird weiterhin haupts\u00e4chlich Strom, der aus fossilen Brennststoffen hergestellt wurde, verwendet. Zudem ist die Frage der Entsorgung der Akkus noch ein weitgehend ungel\u00f6stes Problem. Und last not least mahnen Menschenrechts-Organisationen wie Amnesty International, dass der Abbau des in den Batterien befindlichen Kobalts fast ausschlie\u00dflich in der Republik Kongo unter meist menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen &#8211; u.a. auch durch Kinderarbeit &#8211; erfolgt.<\/p>\n<p>Trotzdem konzentriert sich die Forschung und Entwicklung noch weitgehend auf die Lithium-Ionen-Akkus. Die werden \u00fcbrigens nahezu vollst\u00e4ndig von asiatischen Firmen entwickelt und produziert, was ebenfalls zu Problemen beim Bau von E-Autos au\u00dferhalb Asiens f\u00fchren k\u00f6nnte, da sich die Abh\u00e4ngigkeit von fremden M\u00e4rkten negativ auf die Preise niederschlagen k\u00f6nnte. In Deutschland (und auch im restlichen Europa) gibt es aktuell noch keine Batteriefertigung auf Grundlage eigener Entwicklung, es gibt lediglich ein paar wenige Standorte f\u00fcr die Modulfertigung, die allerdings komplett von asiatischen Zulieferern abh\u00e4ngig sind. Das soll sich allerdings bald \u00e4ndern. Letztes Jahr wurde beispielsweise die TerraE Holding GmbH gegr\u00fcndet. Ein Konsortium aus bisher 17 namhaften Unternehmen und Forschungzentren strebt durch sie den Bau einer deutschen Giga-Fabrik f\u00fcr Lithium-Ionen-Batterien an. Das Vorhaben von TerraE wird auch durch die Europ\u00e4ische Kommission unterst\u00fctzt, da die Gr\u00fcndung europ\u00e4ischer Batteriefabriken als wichtiger Schritt f\u00fcr die weitere Elektrifizierung des hiesigen Automobil-Marktes erachtet wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1947\" aria-describedby=\"caption-attachment-1947\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1947\" src=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/e-car.jpg\" alt=\"Auto beim Stromladen\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/e-car.jpg 350w, https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/e-car-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1947\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: small;\">Strom laden oder Wasserstoff tanken? Das ist eine der vielen noch ungel\u00f6sten Fragen der Elektro-Mobilit\u00e4t.<br \/>Foto: Pixabay<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Zudem gibt es auch in Europa eine Reihe an Forschungen und Entwicklungen, die sich darum drehen, die Reichweite von Elektro-Fahrzeugen zu erh\u00f6hen. Dabei erzeugt vor allem die \u00f6sterreichische Firma Kreisel viel Aufmerksamkeit. Gegr\u00fcndet und geleitet von drei Br\u00fcdern aus dem M\u00fchlviertel entstehen hier Akkus, die nicht nur mehr Strom speichern k\u00f6nnen als die des bisherigen Branchen-Primus Tesla, sondern die auch besonders schnell geladen werden k\u00f6nnen. Zudem sind Kreisel-Akkus leicht, was sich ebenfalls positiv auf die Reichweite der mit ihnen betriebenen Autos auswirkt. Diesen Entwicklungsvorsprung haben die drei T\u00fcftler dadurch erreichen k\u00f6nnen, dass sie die Batteriezellen nicht wie \u00fcblich miteinander verschwei\u00dfen, sondern mit einem Laser zusammenf\u00fcgen. Beim Lasern wird weit weniger Hitze erzeugt als beim Schwei\u00dfen, dadurch bleiben die Zellen leistungsst\u00e4rker. Zudem gelingt es den Kreisels ihre Akkus je nach Bedarf zu k\u00fchlen oder zu w\u00e4rmen, was sich ebenfalls in h\u00f6herer Energieeffizienz niederschl\u00e4gt. Mit ihrem Verfahren haben die drei Br\u00fcder das Interesse der ganzen Fachwelt &#8211; nicht nur aus dem Automobilbereich &#8211; auf sich gezogen. Sie wollen ihre Technologie durch die Vergabe von Lizenzen in die Breite bringen, w\u00e4hrend sich die aus der einstigen Garagenwerkstatt entstandene eigene Firma weiterhin der Erforschung und der Entwicklung von weiteren Stromspeicherl\u00f6sungen widmen will.<\/p>\n<p>Auch an der Uni Kiel wird an einer Verbesserung der jetzigen Lithium-Ionen-Batterie geforscht. Am dortigen Institut f\u00fcr Materialwirtschaft ist es in Zusammenarbeit mit dem Solaranlagen-Hersteller RENA Technologies gelungen Silizium-Anoden herzustellen, die die zehnfache Ladekapazit\u00e4t der bisher g\u00e4ngigen Akkus aufweisen. Dass Silizium eine sehr hohe Speicherf\u00e4higkeit besitzt, war bekannt, die Schwierigkeit diese F\u00e4higkeit nutzbar zu machen liegt in der extremen Labilit\u00e4t der Silizium-Anoden. Dem Kieler Forschungsteam ist es gelungen die Oberfl\u00e4che des Siliziums so zu strukturieren, dass es haltbar ist und so seine Speicherf\u00e4higkeit voll ausgenuzt werden kann. Nun wird an der Weiterentwicklung dieses Ansatzes hin zu einem serienreifen Produkt gearbeitet, was aber auch hei\u00dft, dass es sich hier nicht um eine kurzfristig verf\u00fcgbare Technologie zur Verbesserung der Elektro-Mobilit\u00e4t handelt.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr einen Forschungsansatz, der sich nicht um eine verbesserte Form der Stromspeicherung dreht, sondern auf Stromerzeugung mittels Wasserstoff, auch als Feststoff bezeichnet, setzt. Wasserstoff muss zu diesem Zweck getankt werden, ist also ein Verbrauchsstoff, dessen Abfallstoff reiner Wasserdampf ist und somit \u00f6kologisch unbedenklich ist. Anders als bei Akkus braucht es keine langen Standphasen f\u00fcr die Autos &#8211; und damit auch keine \u00fcber l\u00e4ngere Zeit blokierten Ladestationen. Denn die Frage, wie, wann und wo k\u00fcnftig im gro\u00dfen Rahmen Strom f\u00fcr die Autos geladen werden k\u00f6nnte, ist auch noch nicht beantwortet. Die Vorteile des Wasserstoff-Antriebs sind jedenfalls so \u00fcberzeugend, dass der Fahrzeughersteller Toyota bereits ein Auto mit dieser Energieform serienm\u00e4\u00dfig anbietet und VW bereits angek\u00fcndigt hat, mittelfristig ebenfalls in diesen Markt einsteigen zu wollen. Neben der knappen und teuren Verf\u00fcgbarkeit von Platin, einem notwendigen Bestandteil einer Wasserstoffzelle, ist derzeit auch die Verbreitung von Wasserstoff-Tankstellen ein gro\u00dfes Problem. Zwar gibt es in Deutschland schon \u00fcber 20 Wasserstofftankstellen, doch der weitere Ausbau des Netzes scheitert nicht zuletzt an den hohen Kosten f\u00fcr die Einrichtung einer solchen Tankstelle sowie dem relativ hohen Preis f\u00fcr den Wasserstoff selbst, der diese Antriebsform wirtschaflich noch unattraktiv macht. Von daher k\u00f6nnte die Frage nach dem besten E-Antrieb der Zukunft nicht zuletzt mal wieder \u00fcber den Vertrieb entschieden werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die Zukunft des Autos in der E-Mobilit\u00e4t liegt, ist unbestritten. 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