{"id":1662,"date":"2018-05-17T12:53:20","date_gmt":"2018-05-17T11:53:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/?p=1662"},"modified":"2021-10-18T10:11:14","modified_gmt":"2021-10-18T09:11:14","slug":"ki-am-steuer-ungeheuer-zum-stand-des-autonomen-fahrens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/ki-am-steuer-ungeheuer-zum-stand-des-autonomen-fahrens\/","title":{"rendered":"KI am Steuer \u2013 Ungeheuer? Zum Stand des autonomen Fahrens"},"content":{"rendered":"<p>Autonomes Fahren ist in aller Munde. Dabei wissen viele wahrscheinlich nicht, was dieser Begriff genau bedeutet. Wenn wir heute von den zahlreichen Tests h\u00f6ren, die zu diesem Thema weltweit stattfinden, handelt es sich n\u00e4mlich meistens um Vorstufen zum autonomen Fahren, um \u201ehochautomatisiertes\u201c oder um \u201evollautomatisiertes\u201c Fahren. Bei diesen beiden Vorg\u00e4ngern ist der Fahrer entweder noch in geringem Ma\u00dfe am Fahrgeschehen beteiligt oder muss zumindest im Notfall noch in das Fahrgeschehen eingreifen. Beim autonomen Fahren hingegen gibt es keinen Fahrer mehr, sondern nur noch Fahrg\u00e4ste, die sich w\u00e4hrend der Fahrt \u00fcberhaupt nicht darum k\u00fcmmern m\u00fcssen, was da eigentlich in und um ihr Auto herum passiert; die k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) \u00fcbernimmt in diesem Fall komplett das Steuern eines Fahrzeugs.<\/p>\n<p>Assistiertes Fahren haben die meisten Autos heute schon. Das reicht von der Einpark-Hilfe und automatischem Einschalten des Lichts bei Dunkelheit bis hin zu Abstandhaltern und Bremssystemen, die bei pl\u00f6tzlich auftretenden Hindernissen im Fahrweg aktiviert werden. Doch von hier bis zum komplett autonomen Fahren ist es noch ein weiter Weg, denn der Stra\u00dfenverkehr gilt als ein hochgradig komplexes System, insbesondere der innerst\u00e4dtische Verkehr. Autobahnen und abgegrenzte Umgebungen mit speziellen Zufahrtsberechtigungen hingegen sind weit besser planbar, weshalb solche Gel\u00e4nde auch als relativ einfache Testareale gelten.<\/p>\n<p><strong>USA sind das Eldorado f\u00fcr das autonome Fahren<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1667\" aria-describedby=\"caption-attachment-1667\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1667 size-full\" src=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/verkehr.jpg\" alt=\"Innenstadt Verkehr\" width=\"350\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/verkehr.jpg 350w, https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/verkehr-300x173.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1667\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: small;\">Innerst\u00e4dtischer Verkehr stellt eine komplexe Herausforderung f\u00fcr das autonome Fahren dar.<br \/>Foto: Pixabay<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Deutschland als DAS Land der Automobilentwicklung hat im Wettlauf um zuverl\u00e4ssige, massentaugliche autonome Fahrzeuge durchaus einen Standortnachteil. Die deutsche Auto-Ingenieurskunst dreht sich seit Jahrzehnten um die Entwicklung von besonders leistungsstarken Verbrennungsmotoren \u2013 eine <a href=\"\/magazin\/?p=1223\">Antriebsform, die f\u00fcr das autonome Fahren ungeeignet ist<\/a>. Die bestehende Infrastruktur und auch das Expertenwissen in deutschen Autofirmen ist noch weitgehend auf diese Antriebsform ausgelegt. Eine Umstrukturierung hin zu elektrischen, selbstfahrenden Automobilen f\u00e4llt in einem solchen Umfeld schwerer als in einem Unternehmen, das sich von Anfang an nur von den Anforderungen an autonomes Fahren leiten l\u00e4sst, wie das z.B. bei Waymo, der Google-Tochter, der Fall ist.<\/p>\n<p>In Deutschland gibt es viele Patente und auch viele Projekte rund um die fahrer-unabh\u00e4ngige Fortbewegung. So f\u00e4hrt u.a. auf dem Gel\u00e4nde der Berliner Charit\u00e9 ein Bus weitgehend unassistiert, die Stadt Karlsruhe hat eine Teststrecke f\u00fcr Versuche mit autonomisierten Fahrzeugen er\u00f6ffnet, die Technische Hochschule Aachen baut an einer solchen und in Regensburg ist ein Bus damit besch\u00e4ftigt, Daten aus einem bestimmten innerst\u00e4dtischen Verkehrsumfeld zu sammeln, mit dem Ziel, dort autonomes Fahren zu erm\u00f6glichen. Solche Projekte, so ambitioniert sie sind, kommen im Vergleich zu dem, was in den USA passiert, allerdings noch relativ bescheiden daher. In Amerika, vor allem in den Staaten Kalifornien und Arizona, d\u00fcrfen hoch- bis vollautomatisierte Autos z.T. bereits in den Alltagsverkehr.<\/p>\n<p><strong>Autonomes Fahren ist weit mehr als eine technische Herausforderung<\/strong><\/p>\n<p>Der Weg zum autonomen Fahren weist viele H\u00fcrden auf, neben technischen auch juristische. Das hochgradig assistierte Fahren wird auf einer ganzen Flut an Daten basieren. Wie k\u00f6nnen hier Personendaten gesch\u00fctzt werden? Wie sieht die Haftung bei Unf\u00e4llen mit autonom gesteurten Wagen aus? Welche Sicherheitsstandards m\u00fcssen Automobilhersteller erf\u00fcllen, nicht nur in Hinsicht auf die generelle Verkehrssicherheit, sondern auch in Bezug auf Cyberattacken? Im experimentierfreudigeren Amerika tut man sich mit der Reaktion auf solche Bedenken leichter als hierzulande.<\/p>\n<p>Trotzdem heizt jeder Unfall eines durch k\u00fcnstliche Intelligenz gesteuerten Wagens, wie sie sich nun in den USA mehrfach zugetragen haben, die Diskussionen um die Machbarkeit des autonmen Fahrens an. Viele haben Angst davor, gerade im Verkehr die Kontrolle an die Technik abzugeben. Dabei betonen alle, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, dass es mit vollautomatisierten oder autonomen Autos zu weniger Unf\u00e4llen, insbesondere weniger t\u00f6dlichen, kommen wird. Schlie\u00dflich ereignen sich mehr als 90% der heutigen Unf\u00e4lle aufgrund menschlichen Versagens. K\u00fcnstliche Intelligenz kann diese Fehler weitestgehend eliminieren. Das muss auch das Ziel der Entwicklung sein, denn Bequemlichkeit allein wird die Mehrheit der <a href=\"\/magazin\/?p=131\">Autok\u00e4ufer nicht von autonom fahrenden Autos \u00fcberzeugen<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Eine weitere digitale Revolution<\/strong><\/p>\n<p>Sicher ist, dass sich die Entwicklung mittelfristig durchsetzen wird und dass sie weit umw\u00e4lzendere Ver\u00e4nderungen mit sich bringen wird, als dass Menschen Autos nicht mehr selbst steuern werden. Viele Berufe werden \u00fcberfl\u00fcssig werden \u2013 Bus- und Taxifahrer werden ebenso wenig gebraucht werden wie LKW-Fahrer und Zulieferer. Eigene Autos werden wahrscheinlich nur noch zum Vergn\u00fcgen gebraucht werden, denn wenn der gesamte Personenverkehr erst einmal autonom und vernetzt ablaufen wird, lohnt sich die Anschaffung eines eigenen PKW gar nicht mehr, weil autonom fahrende Taxis oder Busse viel effizienter eingesetzt werden k\u00f6nnen. Daher werden auch Parkpl\u00e4tze kaum mehr ben\u00f6tigt werden, weil die vorhandenen Automobile wohl im Dauereinsatz sein werden. Und St\u00e4dte werden anders gestaltet werden, um Strecken zu optimieren.<\/p>\n<p>Die Zukunft des Personen- und G\u00fcterverkehrs ist dabei, revolutioniert zu werden. Vieles, was im Laufe dieser Revolution passieren wird, scheint derzeit noch beunruhigend zu sein. Und das nicht nur wegen der Angst um die eigene physische Sicherheit. Die scheint bei vielem, worum es beim autonomen Fahren geht, weitgehend unberechtigt zu sein. Vielmehr ist das autonome Fahren ein weiterer wichtiger Bestandteil der <a href=\"\/magazin\/?p=1342\">Revolution 4.0, in deren Zuge unsere Welt digital vernetzt sein wird<\/a>, mit allen Vor- aber auch Nachteilen, die sich daraus ergeben und die derzeit noch schwer absch\u00e4tzbar erscheinen.<\/p>\n<p>Titelbild: \u00a9 pgottschalk \/ Fotolia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autonomes Fahren ist in aller Munde. Dabei wissen viele wahrscheinlich nicht, was dieser Begriff genau bedeutet. 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