{"id":1648,"date":"2018-05-15T10:28:09","date_gmt":"2018-05-15T08:28:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/?p=1648"},"modified":"2018-06-04T10:53:45","modified_gmt":"2018-06-04T08:53:45","slug":"kann-das-weg-leichter-leben-mit-weniger-dingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/kann-das-weg-leichter-leben-mit-weniger-dingen\/","title":{"rendered":"Kann das weg? Leichter leben mit weniger Dingen"},"content":{"rendered":"<p>Wir leben im Zeitalter des \u00dcberflusses. Wir k\u00f6nnen von allem so ziemlich alles haben und das meistens sogar sofort: Essen, Kleider, M\u00f6bel, Deko, Filme, Bilder, Nachrichten, Elektroger\u00e4te, Fitnessangebote, Ratgeber, Gespr\u00e4che, ja sogar Freunde und Bekannte en masse. Die Aufz\u00e4hlung k\u00f6nnte man nahezu unendlich fortsetzen. Die Digitalisierung treibt das Angebot und die Verf\u00fcgbarkeit von greifbaren Dingen, aber auch von Unterhaltungs-\u201cG\u00fctern\u201c zus\u00e4tzlich voran. Die neuen Schuhe, die n\u00e4chste Folge einer TV-Serie, der n\u00e4chste Roman \u2013 alles ist nur einen Klick weit entfernt und wird oftmals sogar innerhalb weniger Sekunden oder weniger Tage geliefert. Massenproduktion und schneller, m\u00f6glichst globaler Vertrieb sind die Basis der Weltwirtschaft und beherrschen daher ganze Gesellschaften. Doch ein jedes beherrschende System hat auch immer seine Gegenbewegung und die tr\u00e4gt heute unterschiedliche Namen, z.B. Minimalismus, Downshifting oder einfacher gesagt: ausmisten, aufr\u00e4umen, wegschmei\u00dfen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1660\" aria-describedby=\"caption-attachment-1660\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1660\" src=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/office.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/office.jpg 350w, https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/office-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1660\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: small;\">Ein &#8222;clean desk&#8220; hilft im Arbeitsbereich, sich nicht ablenken zu lassen.<br \/>Foto: Pixabay<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Wo erzwungener Verzicht regelrechtes Leid ausl\u00f6sen kann, <a title=\"Smart abschalten - Tipps gegen Smartphone-Stress\" href=\"\/magazin\/?p=225\">kann bewusster Verzicht zur Erl\u00f6sung werden<\/a>. Denn die vermeintlich so erstrebenswerten Konsumg\u00fcter erzeugen einen ungeheueren Druck. Man kann (oder muss) noch besser aussehen, noch mehr Kicks erleben, noch mehr L\u00e4nder gesehen haben usw. An allen Ecken und Enden werden wir mit Werbung zugeballert, die uns wei\u00dfmachen will, wie begehrenswert all diese Dinge sind und wie gl\u00fccklich wir uns mit ihnen f\u00fchlen werden. Zudem entsteht Druck durch die Social Media, auf denen schlie\u00dflich was Aufregendes gepostet werden muss, aber auch im Austausch mit Freunden mag keiner zu den Langweiligen oder Uninformierten geh\u00f6ren. Also wird noch mehr getan und gekauft, so hat man auch immer was zu erz\u00e4hlen und vorzuzeigen.<\/p>\n<p>Doch was wir nicht haben, ist Zeit. Denn die ist uns auf der Jagd nach den neusten Dingen und Erlebnissen abhanden gekommen. Und das nicht nur, weil wir einen stressigen Job, eine anstrengende Familie oder anspruchsvolle Freunde haben, sondern weil wir einfach mit diesem riesigen Angebot an Dingen bombadiert werden, die begutachtet, gejagt und konsumiert werden wollen. Aber immer mehr Menschen merken, dass sie diese Hetze nach sch\u00f6nen Dingen, nach Perfektion einfach nicht gl\u00fccklich macht, ja, dass sie genau das eigentlich ungl\u00fccklich macht. Viele machen diese Erfahrung erst unter schmerzhaften Bedingungen, dann wenn der Burnout sie ausbremst und sie sich inmitten all ihrer sch\u00f6nen Dinge leer und depressiv f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens dann kann die bewusste Besinnung auf die wenigen wichtigen Dinge im Leben heilsam sein. Und damit der Blick auf das, was wichtig ist, nicht verstellt bleibt, hilft das Ausmisten von allem Unn\u00f6tigen. Viele Minimalismus-Ratgeber empfehlen beim Aufr\u00e4umen nach bestimmten Mustern zu verfahren und auch bestimmte Einstellungen dazu zu kultivieren. Allen gemeinsam ist dabei, dass sie raten bei weniger wichtigen Dingen anzufangen und sich zu den immer bedeutsameren hinzuarbeiten. Loslassen muss und kann man auch lernen und die Bereitschaft ein sinnlos gewordenes Erinnerungsst\u00fcck \u201egehen zu lassen\u201c steigt, wenn man zuvor schon gemerkt hat, wie erleichternd es ist, sich beispielsweise von Kleidungsst\u00fccken zu trennen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1657\" aria-describedby=\"caption-attachment-1657\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1657\" src=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/dressing-room.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/dressing-room.jpg 350w, https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/dressing-room-300x211.jpg 300w, https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/dressing-room-130x90.jpg 130w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1657\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: small;\">So sollten Schr\u00e4nke aussehen, bovor man sie wieder mit den Sachen bef\u00fcllt, die den &#8222;Wichtigkeits-Test&#8220; bestanden haben.<br \/>Foto: Pixabay<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Zum methodischen Entr\u00fcmpeln geh\u00f6rt auch, dass man den Platz, den man ausmistet, einmal komplett leer r\u00e4umt und ihn anschlie\u00dfend einmal gr\u00fcndlich sauber macht. Das mag etwas esoterisch klingen, hat aber auch ganz praktische Aspekte. Zum einen nat\u00fcrlich, dass man an manchen Orten selten umfangreich putzt, sondern immer nur scheibchenweise, weil man Dinge hin und her r\u00e4umt, um an die Fl\u00e4chen zu kommen. Zum anderen macht das S\u00e4ubern einem bewusst startklar f\u00fcr einen <a title=\"Fr\u00fchling - Zeit f\u00fcr Ver\u00e4nderung\" href=\"\/magazin\/?p=873\">Neuanfang<\/a>. Nach dem Putzen entscheidet man dann, welche Dinge man beh\u00e4lt. Diese entstaubt oder w\u00e4scht man ebenfalls, bovor sie zur\u00fcck an ihren Platz kommen. Der Rest wird entsorgt, verschenkt oder gespendet.<\/p>\n<p>Wer die Kunst des Minimalismus erst mal erlernt hat, wird auch nicht bei Dingen und Konsumg\u00fctern haltmachen, sondern auch seine Ess-, Verhaltens- und Kommunikationsweisen sowie seine Beziehungen anfangen zu hinterfragen. Minimalismus sollte nicht bei reinen \u00c4u\u00dferlichkeiten stehen bleiben, das ist genau das, worum es NICHT geht. Es geht darum zu einer eigenst\u00e4ndigen Entscheidung dar\u00fcber zu kommen, was einem wichtig ist, was einem gut tut. Zu erkennen, dass man mehr Zeit hat f\u00fcr das, was einem wirklich was bedeutet, wenn man sich nicht um all die tausend Dinge k\u00fcmmern muss und auch nicht um die Meinung anderer. Ein minimalistisches Leben ist entschleunigt und richtet die Achtsamkeit auf die wenigen Dinge und Geschehnisse, die man wirklich braucht. So stellt sich dann auch Dankbarkeit f\u00fcr diese ein und die Leichtigkeit, sich ohne all den Ballast des Konsums wohl zu f\u00fchlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir leben im Zeitalter des \u00dcberflusses. 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