{"id":1130,"date":"2017-10-09T11:21:17","date_gmt":"2017-10-09T09:21:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/?p=1130"},"modified":"2017-10-17T08:48:15","modified_gmt":"2017-10-17T06:48:15","slug":"neu-als-fuhrungskraft-tipps-fur-den-start","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/neu-als-fuhrungskraft-tipps-fur-den-start\/","title":{"rendered":"Neu als F\u00fchrungskraft \u2013 Tipps f\u00fcr den Start"},"content":{"rendered":"<p>Geschafft! Eben noch einer von vielen, sind Sie nun selbst soweit, die Verantwortung f\u00fcr ein Team, eine Abteilung, ein Projekt zu \u00fcbernehmen. Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich Sie ermutigen, erst einmal genau hinzuschauen und sich zu fragen, ob die neue Position auch richtig ist f\u00fcr Sie, denn sie wird Ihr Leben ver\u00e4ndern \u2013 und Ihren Blickwinkel. Bald werden Sie sp\u00fcren, dass manche Gespr\u00e4che schlagartig verstummen, wenn Sie den Raum betreten. Mit der neuen Position wachsen nicht nur Vorsicht, Argwohn und Angst vor Ihnen, sondern auch die Bereitschaft zu konkurrieren und \u00fcber Sie zu l\u00e4stern.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wachsen auch beunruhigende Erwartungen an Sie: Sind Ihnen die W\u00fcnsche und Hoffnungen der ehemals Gleichgestellten noch sehr vertraut, so erscheinen die der F\u00fchrungskollegen und der Gesch\u00e4ftsleitung mitunter wenig eindeutig und widerspr\u00fcchlich. Sp\u00e4testens jetzt wird Ihnen bewusst, dass F\u00fchrung nicht nur mehr Geld, Ansehen und Information, sondern auch Einsamkeit bedeutet.<\/p>\n<p>Aber nur ruhig Blut: Wenn Sie bis jetzt noch nicht vor Schreck erstarrt sind, dann sind Sie richtig, denn F\u00fchrung bedeutet auch gro\u00dfe gestalterische Freude, Befriedigung durch Zielerreichung und Motivation anderer sowie Anerkennung. Wenn Sie zu alldem JA sagen, bleiben Sie dran. Dann werden Sie Ihre Zukunft genie\u00dfen und sich nicht mehr in die Stabslinie einreihen wollen.<\/p>\n<p><strong>Ihr Fundament<\/strong><\/p>\n<p>Wer die ersten irritierenden Erlebnisse als neue F\u00fchrungskraft durchlebt hat, verliert oftmals seinen Enthusiasmus. Auch mir ist es so ergangen, als altgediente Mitarbeiter, die ich quasi \u00fcberholt hatte, argw\u00f6hnisch auf meine Leistung und vor allem meine Fehler schielten. Immer wieder bin ich anfangs mit einem unguten Gef\u00fchl nach Hause gefahren und habe an mir selbst gezweifelt.<\/p>\n<p>Die wichtigste Frage, die mir dann eine Freundin stellte, war: \u201eWarum hat er gerade Dir die F\u00fchrungsrolle zugetraut und eben nicht den anderen?\u201c Auf diese Frage hatte ich einige Antworten parat. Ja, ich machte Fehler und hatte nicht so viel Erfahrung wie manch alter Hase um mich herum. Aber ich hatte deutlich mehr Mut als die anderen, traf Entscheidungen und war bereit, meine Fehler auch auszub\u00fcgeln und dazuzulernen. Und ich hatte ein hohes Ma\u00df an unternehmerischem Denken, weil mir gute Gesch\u00e4fte einfach richtig Spa\u00df machten. Das wusste mein Chef. Und er hatte eine Idee von meiner Grundhaltung, die man braucht, wenn man hinf\u00e4llt und die Krone wegrollt. Optimismus und Enthusiasmus.<\/p>\n<p><strong>Schw\u00e4chen, St\u00e4rken und Wurzeln<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1136\" aria-describedby=\"caption-attachment-1136\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1136\" src=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/write.jpg\" alt=\"Vorgesetzter und sein Mitarbeiter\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/write.jpg 400w, https:\/\/www.topblogs.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/write-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1136\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: small;\">F\u00fchrungskraft zu sein kann man lernen &#8211; und daran auch pers\u00f6nlich wachsen. <br \/> Foto: Pixabay<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich erinnere mich gut an einen Seminarteilnehmer, der sehr jung und damit unsicher war, ob er die ihm angediente F\u00fchrungsrolle tats\u00e4chlich \u00fcbernehmen sollte. Er besuchte mein <a title=\"Seminarangebot der Seminar AG\" href=\"https:\/\/www.seminar-ag.de\/\" target=\"_blank\">Seminar &#8222;Pl\u00f6tzlich Chef!&#8220;<\/a>, um in dieser Frage Klarheit zu finden. Und er fand diese Klarheit mit einer f\u00fcr ihn zun\u00e4chst ungew\u00f6hnlichen und auch unangenehmen \u00dcbung: Die Teilnehmer sollten \u00fcbers Scheitern und ihre pers\u00f6nlichen Tiefschl\u00e4ge sprechen. Davon hatte er \u2013 nennen wir ihn Alex \u2013 einige zu bieten. Der tiefste war die zum 2. Mal missgl\u00fcckte Pr\u00fcfung im Studium und das Wissen, dass er nun nicht mehr wiederholen konnte und ohne Abschluss dastehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Interessant ist im Seminar dann nicht das Scheitern, das jedem passieren kann, sondern vielmehr das Aufstehen, das Weitermachen danach. Die entscheidende Frage ist: \u201eWelcher Glaubenssatz, welche Haltung, welches Fundament hat Dir dabei geholfen?\u201c F\u00fcr Alex war es eine Grundschullehrerin, die sein Talent f\u00fcrs Lesen gef\u00f6rdert hat. Und die Oma, bei der er sich wie ein kleiner Prinz f\u00fchlte, weil er von ihr so verw\u00f6hnt wurde. Aber besonders die Mutter, die \u2013 vom Ehemann wegen einer J\u00fcngeren verlassen \u2013 trotzdem dastand wie ein Baum und einen erf\u00fcllenden Karriereweg einschlug.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Fundament! Viel Selbstwertnahrung und gute Vorbilder. Wir tragen so viele Sch\u00e4tze in uns, die uns in schwierigen Situationen weitermachen lassen, wir m\u00fcssen sie nur freilegen. Alex hat die F\u00fchrungsverantwortung \u00fcbernommen und ist heute sehr erfolgreich und zufrieden. Ohne Abschluss, aber mit viel innerer St\u00e4rke.<\/p>\n<p><strong>Positives Menschenbild<\/strong><\/p>\n<p>Meine Tochter erz\u00e4hlte mir k\u00fcrzlich von einem afrikanischen Referendar namens Sam, der f\u00fcr einige Monate Englisch unterrichten sollte und nun zum ersten Mal vor ihrer Klasse stand. Er verbeugte sich vor der pubertierenden Meute, die ansonsten gern provoziert, mit den Worten: \u201eMeine Damen, meine Herren, es ist mir eine Ehre, hier heute vor Ihnen zu stehen und mit Ihnen mein Wissen rund um die englische Sprache teilen zu d\u00fcrfen.\u201c Die Meute war sprachlos und neugierig.<\/p>\n<p>Bedeutungsvoll f\u00fcr die F\u00fchrungsarbeit ist <a title=\"Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber Mitarbeitern\" href=\"https:\/\/www.perso-net.de\/rkw\/Wertsch\u00e4tzung_gegen\u00fcber_Mitarbeitern\" target=\"_blank\">diese Art von Wertsch\u00e4tzung<\/a>, die einem absolut positiven Menschenbild entspringt. Sam setzte einfach voraus, dass diese jungen Menschen lernen wollen. Er vermittelte mit einfachen Worten seine Idee des Kooperierens und teilte nicht das Vorurteil der nichtsnutzigen Jugend. Viele F\u00fchrungskr\u00e4fte tragen unbewusst ein negatives Menschenbild in sich und vermitteln das in unbedachten, demotivierenden \u00c4u\u00dferungen. So h\u00f6rte ich j\u00fcngst einen Hotelier schimpfen: \u201eDie jungen Mitarbeiter heute taugen alle nix, die wollen sich nur vor der Arbeit dr\u00fccken.\u201c Ach ja?<\/p>\n<p>Scheinbar belanglose Aussagen wie \u201eHier funktioniert auch gar nichts\u201c oder \u201eKein Wunder, dass dieser Fehler passiert ist\u201c transportieren diese Haltung, die dem Mitarbeiter suggeriert: Es hat nichts geklappt und es wird auch nichts klappen. Fehler und Fehlverhalten werden somit Resultat einer sich selbsterf\u00fcllenden Prophezeiung und die F\u00fchrungskraft merkt nicht, dass sie selbst f\u00fcr dieses Fehlverhalten verantwortlich ist.<\/p>\n<p>Tochter Valerie jedenfalls beschrieb die Unterrichtsstunde bei Sam als \u201emega\u201c. Er h\u00e4tte bei jedem aufmerksam zugeh\u00f6rt und den Beitrag ernst genommen. Die coolen Jungs kommentierten hinterher: \u201eVoll der Bro, der Sam, bester Mann.\u201c<\/p>\n<p><strong>Durchsetzungsverm\u00f6gen<\/strong><\/p>\n<p>Was ich selbst als Trainer, Coach und Berater in Unternehmen oft erlebe ist das Unverm\u00f6gen der F\u00fchrungsriege, klare Kante zu zeigen und n\u00f6tige Konsequenzen zu ziehen. Wie in folgendem Fall: Mitarbeiter Mark, der ansonsten erstklassige Arbeit leistet, kam wieder einmal zu sp\u00e4t zur Arbeit. Peter, die F\u00fchrungskraft, hatte das sehr wohl bemerkt, ebenso die Kollegen in seinem Team. Darauf angesprochen druckste Peter herum: \u201eMark ist mein bester Mann, der spart uns viel Geld, von dem k\u00f6nnen die anderen noch etwas lernen.\u201c Ach, und seine guten Leistungen berechtigen ihn, ohne Konsequenz zu sp\u00e4t kommen?<\/p>\n<p>Mein Rat in diesem Fall: Wer gute Arbeit leistet, sollte daf\u00fcr anerkannt werden, gerne mit einem pers\u00f6nlichen Lob oder einer anderen Art des Wohlwollens. Dennoch muss er sich an die Regeln halten, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und darf nicht gegenseitig aufgewogen werden.<\/p>\n<p>Wer hier als F\u00fchrungskraft nicht konsequent ist, weicht ein Regelwerk auf, das die Zusammenarbeit in seinem Team bestimmt und st\u00f6\u00dft alle anderen vor den Kopf \u2013 die Missstimmung ist vorprogrammiert. Peter hat sich nun ein Herz gefasst und Mark auf das Zusp\u00e4tkommen hingewiesen. Er hat ihm klargemacht, dass es beim n\u00e4chsten Mal eine R\u00fcge geben wird. Mark war nicht \u201aamused\u2018. In einem weiteren Gespr\u00e4ch hat Peter aber ein gro\u00dfes Lob f\u00fcr seine exzellente Arbeit ausgesprochen und Mark gebeten, fachliche Tipps und Tricks an die Kollegen weiterzugeben. Damit war Marks Welt wieder in Ordnung. Jetzt ist gutes F\u00fchrungsverhalten entstanden und so kann ein Team funktionieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Titelbild: \u00a9 Mangostar &#8211; Fotolia.com<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschafft! 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